Die Entscheidung #Piraten – #SMV – Überprüfbarkeit oder Wahlcomputer

Die Piraten diskutieren mal wieder um Beteiligung und die verschiedenen Vorstellungen davon, wie üblich wird viel durcheinander gebracht und je nach Lust und Laune interpretiert. Nachfolgend  Sachverhalte, die die Piraten beachten sollten, ich versuche mich kurz zu fassen:

Überprüfbarkeit von offenen elektronischen Abstimmungen der Teilnehmer unter sich

Der Zweck ist es festzustellen, ob an der Abstimmung nur natürliche Personen teilnehmen und das nur einmal. Anders ausgedrückt, nur akkreditierte Mitglieder nehmen teil und verfügen nur über einen Teilnahmeaccount.

Wenn die Informationen aus der Akkreditierung zum System für alle Teilnehmer des Systems einsehbar gestaltet sind, erfolgt keine Entkopplung der Person von der Identität des Abstimmenden, anders gesagt, die Verbindung der akkreditierten Person zum Teilnahmeaccount bleibt für alle Teilnehmer sichtbar bestehen.

Im Gegensatz zu den uns bekannten offenen Abstimmungen können wir im Netz nicht feststellen, ob andere Teilnehmer natürliche Personen sind (Pappmaché-Standbilder würden wir auf LMV / BPT als solche erkennen) und ob sie nur einmal an der Abstimmung teilnehmen. (Wenn jemand mehrere Stimmkarten zeigt, fällt uns das auf). Im Netz sehen wir nur visuell gestaltete Bildchen, oder farbliche Visualisierung der Abstimmung, die durch entsprechende Signale/Impulse umgewandelt werden. Daher muss die Verbindung Teilnehmer zur akkreditierten Person außerhalb des Systems aufrecht erhalten werden.

Fazit 1:

  • Ziel ist die Feststellung an der Abstimmung nehmen nur natürliche Personen und diese nur einmal teil.
  • Diese Feststellung kann nicht allein durch die Informationen im Netz getroffen werden, hier ist ein Abgleich mit den Informationen aus der Akkreditierung erforderlich.
  • Überprüfbar ist ein System, wenn jeder Teilnehmer die Überprüfung selbst vornehmen kann.
  • Ergebnisüberprüfung ist nicht das vordergründige Ziel, zu überprüfen, wer wie abgestimmt hat.

Manipulierbarkeit / Fehler im System

Jedes System ist manipulierbar, PUNKT ohne Einschränkung. Fehler im System treten aus verschiedenen Ursachen auf, auch das können wir nur begrenzen, einschränken, nicht verhindern. Es kommt darauf an, dass man Mittel und Wege hat, um eine Manipulation / einen Fehler zu erkennen, aufzudecken und zu beweisen. Bei der Auflösung der Verknüpfung zwischen akkreditierter Person und Teilnehmer ist dies nicht mehr für die Teilnehmer im System möglich.

Verdeutlichung: Niemand kann anhand vorhandener Avatarbildchen, bekannter oder wenig bekannter Pseudonyme und bekannter oder nicht bekannter Namen sagen, wer dahinter steckt. Wir lassen es uns durch Bildchen und Namen täuschen,

  • wir nehmen an, dass hinter Mäuschen92 auch das uns im realen Leben auf anderen Wegen bekannte Mäuschen92 steckt.
  • Wir nehmen an, dass hinter bekannten und mehr oder weniger einzigartigen Avatarbildern die Menschen stecken, die wir außerhalb des System damit verbinden, verstärkt wird der Eindruck noch, wenn Pseudonym oder Name übereinstimmt.
  • Wir nehmen an, dass hinter bekannten oder weniger bekannten Namen die Menschen stecken, die wir außerhalb des Systems mit den Namen in Verbindung bringen.
  • Wir nehmen an, dass hinter plausibel klingenden Namen wie Hans-Ulrich Schulze oder Maria Schykowski jeweils ein Mensch steckt.

 Aus all diesen Informationen nehmen wir an, dass hinter jedem Teilnehmer ein Mensch steckt, der sich für das System akkreditiert hat bzw. wurde. Wir nehmen es an, wir wissen es nicht, weil wir es nicht überprüfen können.

Fazit 2:

  • Jedes System ist manipulierbar!
  • Es kommt darauf an, nachweisen zu können, dass Manipulationen vorlagen bzw. nicht vorlagen.

Pseudonyme Beteiligung

Davon wird gesprochen, wenn an einem Punkt des Verfahrens die Verknüpfung zwischen akkreditierter Person und Teilnehmer im System aufgelöst wird bzw. erst gar nicht hergestellt wird.

Durch die Auflösung dieser Verknüpfung gibt es keine Möglichkeit für die Teilnehmer des Systems die Zuordnung eines Teilnahmeaccounts mit der Person, die akkreditiert wurde herzustellen.

Ich möchte aber nicht mit meinem Namen bei Abstimmungen, Initiativen etc. erscheinen

Das ist möglich, wenn bei der Akkreditierung zum bürgerlichen Namen das zu verwendende Pseudonym genannt wird und die Zuordnung Pseudonym auch weiterhin für die Teilnehmer des Systems zur akkreditierten Person möglich ist. In diesem Falle kann man als Benutzernamen ein Pseudonym verwenden, für die Teilnehmer des Systems bleibt die Verbindung zur Identität des Teilnehmers durch Einsicht in die Akkreditierungsunterlagen bestehen.

Fazit 3:

  • vollständige Pseudonymität im System ermöglicht keine Überprüfbarkeit der Abstimmungen der Teilnehmer unter sich
  • die Verwendung von Pseudonymen als Benutzernamen bei Aufrechterhaltung der Identifizierbarkeit durch die Teilnehmer anhand der Akkreditierungsinformationen ist möglich.

Was die Verwendung von Pseudonymen angeht, habe ich meine Ansicht etwas abgeändert, da mir vielfach begegnet ist, dass mit Pseudonym die Trennung des Teilnahmeaccounts von der Identität verbunden wird. Die Verwendung eines Autonyms habe ich im Beitrag  1. Ergänzung Begründung SÄA SMV Bln – Überprüfbarkeit begründet, somit wird die Identität des teilnehmenden Nutzers lediglich versteckt. 

Was keine Alternativen zur Überprüfbarkeit von offenen elektronischen Abstimmungen sind:

Tresorlösung

Hier wird angeboten, dass unter Verschluss Unterlagen zugeschickt und auf Antrag eingesehen werden können. Solange der Bereich nicht für jeden Teilnehmer frei zugänglich ist, erscheint diese Variante nur in der Theorie umsetzbar. Für ein bundesweites eine oder in jedem Bundesland einen Stelle einzurichten, an der man die Daten aller rein pseudonymen Teilnehmer einsehen kann,ist nicht praktikabel. Statt ständig die Abstimmungen zu prüfen, wird diese Prüfung auf Einzelfälle beschränkt, bei denen ohnehin bereits ein Verdacht besteht. Für die Mitglieder ist es nicht möglich, zeitlich und örtlich uneingeschränkt, die Überprüfungen vorzunehmen, sondern mit unzumutbaren Hürden (lange Zug-/Autoreisen – Zeitverlust) verbunden, so dass es für die Mitglieder als Teilnehmer nicht möglich ist, diese Überprüfung ständig vorzunehmen.

So bleibt von der angeblichen Lösung nur der Schein in der Theorie, die den Praxistest nicht überlebt. Gefährlich dabei ist, dass man behaupten könne, es besteht ja die Möglichkeit und das die nicht alle nutzen, liegt wiederum beim Teilnehmer selbst. Abgesehen von dem personellen und zeitlichen Aufwand seitens der Stelle, bei der die Unterlagen zur Einsicht vorliegen.

Wir vertrauen einfach den Vorständen und den Schiedsgerichten!!!

.. aber sie zu kontrollieren, dass ist ebenso unsere Pflicht. Alle Lösungen, die dafür eintreten, dass Vorstände allein oder mit Schiedsgerichten zusammen überprüfen, ob ein Teilnehmer eine natürliche Person ist und nur über einen Teilnahmeaccount verfügt, gehen davon aus, dass nur das Ergebnis der Prüfung bekanntgegeben werden soll. Der/die Teilnehmer müssen diesem Ergebnis vertrauen, aber überprüfen können sie es nicht.

Auch Varianten, die vorschlagen, man könne ggf. ein Schiedsgerichtsverfahren eröffnen und somit Einsicht erlangen, lässt mich am tatsächlichen Willen zur Überprüfbarkeit zweifeln. Wie viele Hürden möchte man aufbauen, um möglichst wenigen Teilnehmer die Möglichkeit der direkten, selbstständig vorgenommenen Überprüfbarkeit zu geben? Andererseits, was soll das Schiedsgericht anhand welcher Gesichtspunkte überprüfen, Unterlagen? Wer sagt dem Schiedsgericht, dass diese Unterlagen nicht schon geändert wurden? Wer sagt es dem Vorstand?

Die Piraten setzen sich nicht umsonst für die Zugänglichkeit der Ursprungsinformationen ein, weil nur diese zulässt, den gesamten Weg einer Information einschätzen zu können.

Wie auch immer, es liegt keine Überprüfbarkeit von offenen elektronischen Abstimmungen durch die Teilnehmer selbst vor, somit kann weder ausgeschlossen werden, dass eine behauptete Manipulation vorliegt, noch kann bewiesen werden, dass im System eine Manipulation vorgelegen hat.

Abstimmcodes für akkreditierte Mitglieder

Die Abstimmcodes können nicht mit dem akkreditierten Mitglied in Verbindung gebracht werden, eine Zuordnung ist nicht möglich. Das Manipulationsrisiko ist erheblich, da jeder die Codes verwenden kann, unabhängig von der eigenen Identität. Aber damit noch nicht genug. Durch die Eingabe des Abstimmungscodes wird uns vom jeweiligen System suggeriert, dass die Person erkannt und die Abstimmung richtig gezählt wird. Wir können aber das Verfahren, somit die Verfahrensweise der Software nicht nachvollziehen. Hierzu sind Fachkenntnisse erforderlich, selbst wenn diese vorhanden sind, kann Software mittels Trojaner ferngelenkt oder durch Modifikationen geändert werden, für die Teilnehmer nicht erkennbar.

Wir können am Ergebnis nicht erkennen, ob die eigene Stimme enthalten und richtig gezählt wurde. Bei der Nutzung der Software wird uns das zwar suggeriert, aber wir können es nicht überprüfen.

Es reicht auch nicht aus,die Anzahl der akkreditierten Mitglieder mit der Anzahl der Teilnehmer zu vergleichen, da die Zuordnung zum jeweiligen einzelnen Teilnehmer nicht möglich ist. Man kann somit nicht feststellen, ob die Teilnehmer im System den akkreditierten Mitgliedern entsprechen. Es kann nicht festgestellt werden, wie viel Mitglieder sich tatsächlich nicht beteiligen. Die Differenz der akkreditierten Mitglieder zu den Teilnehmern der Abstimmung mittels Code kann durch Inaktivität entstehen, aber ob sich die Differenz durch ins System unbefugt eingebrachte Codes verringert, lässt sich für den Teilnehmer nicht feststellen. Ebenso lässt sich für den Teilnehmer nicht feststellen, ob zwischenzeitlich inaktive Accounts durch Dritte übernommen werden, auch dieser Umstand würde beim reinen Vergleich der Anzahl der Akkreditierungen mit der Anzahl der Teilnehmer nicht auffallen.

Fazit 4:

  • Tresorlösung ist eine unpraktikable, theoretische Lösung, die Überprüfbarkeit  verhindert, nicht ermöglicht
  • Das Ergebnis einer Prüfung durch Dritte ist nicht mit der Überprüfbarkeit von offenen elektronischen Abstimmungen durch die Teilnehmer selbst gleichzusetzen.
  • Die Abschiebung von Verantwortung der Überprüfbarkeit an Dritte ergibt kein überprüfbares System
  • Die Verwendung von Abstimmcodes zieht ein für die Teilnehmer nicht nachvollziehbares Verfahren hinter sich, eine Überprüfbarkeit der Abstimmungen ist nicht möglich.

Wie stellt man fest, ob Teilnehmer eine natürliche Person ist

Dafür ist es erforderlich, sogenannte offene Akkreditierungsversammlungen durchzuführen, in der sich jeder, der am System teilnehmen möchte, der Versammlung vorstellt und zwar mit bürgerlichen Namen. (Sollte als Benutzername ein Pseudonym verwendet werden, ist dies zusätzlich zu erwähnen). Unter Zeugen wird somit ein Berechtigter akkreditiert, seine Angaben verbunden mit dem Ort und der Zeit der Akkreditierung, ggf. noch Reihenfolge u. ä. werden aufgelistet und ins System übertragen, so ist die Verknüpfung zwischen akkreditierter Person und Teilnahmeaccount vorhanden.

Allen Teilnehmer des Systems müssen diese Informationen zur Verfügung stehen, um die Überprüfbarkeit der elektronischen Abstimmungen der Teilnehmer unter sich zu gewährleisten. Die Personen sind anhand ihrer bürgerlichen Namen bzw. ihrer Benutzernamen für jeden der Teilnehmer innerhalb einer Prüfung als natürliche Personen zu erkennen und es ist zu erkennen, dass jeder nur einen Teilnahmeaccount nutzt. Sollten Unklarheiten oder Verdachtsfälle auftreten, sind diese mit den vorhandenen Mitteln aufzuklären und zu beweisen, lag eine Manipulation / ein Fehler vor oder nicht. Fehler lassen sich auf diese Weise auch aufdecken, so dass ggf. eine Falschzählung korrigiert werden kann, wenn diese vom abstimmenden Teilnehmer angezeigt wird.

Fazit 5:

  • Durch eine offene Akkreditierung der Mitglieder allein, wird keine Überprüfbarkeit geschaffen, wenn die Informationen der Akkreditierung nicht allen Teilnehmern des Systems frei zugänglich zur Einsicht zur Verfügung stehen.
  • Durch die Verbindung akkreditiertes Mitglied und Teilnehmer im System können andere auffälliges Stimmverhalten hinterfragen und so ggf. Manipulationen aufgedeckt und nachgewiesen werden
  • Bei Fehlern im System kann der Teilnehmer sein Abstimmverhalten korrigieren lassen.

 Zweikammersystem

Ein Satzungsorgan, bestehend aus zwei Kammern, kann nur zu verbindlichen Entscheidungen führen, wenn beide Kammern die Überprüfbarkeit der Teilnehmer unter sich gewährleisten. Dies auf eine Kammer zu beschränken, ermöglicht es nicht, das Endergebnis als überprüfbar zu bezeichnen. Auch der Weg, bei der ersten Kammer überprüfbare Abstimmungen zu ermöglichen und bei der zweiten Kammer darauf zu verzichten, bedeutet, dass das Ergebnis als solches nicht vollständig überprüfbar ist.

Wenn bewusst die Entscheidung getroffen wird, für die zweite Kammer, die die eigentliche Relevanz zur Beschlussfassung oder Ablehnung hat, eine pseudonyme Teilnahme durch Vergabe von Abstimmcodes vorzusehen, sind Manipulationen an Abstimmungen dieser Kammer, die Verbindlichkeit von Beschlüssen herstellt, nicht nachzuweisen.

Ein bisschen Überprüfbarkeit bringt nichts für das Gesamtsystem, wenn sich das Ergebnis aus einem überprüfbaren und einem nicht überprüfbaren Vorgang zusammensetzt.

 Verbindlichkeit von Entscheidungen

Sofern keine vollständige Überprüfbarkeit von elektronischen Abstimmungen durch die Teilnehmer gewährleistet werden kann, sind Entscheidungen, die mit diesem System getroffen werden nicht nachprüfbar, d. h. man kann nicht beweisen, ob eine Manipulation vorgelegen hat, man kann ebenfalls nicht beweisen, dass keine Manipulation vorliegt, wenn dies behauptet wird.

Sofern die Informationen über die Verknüpfung der natürlichen Person mit dem Teilnahmeaccount nur einer begrenzten Anzahl von Verantwortlichen bekannt ist bzw. bekannt wird, muss jeder diesem Personenkreis vertrauen, da es für den Außenstehenden schlichtweg unmöglich ist, zwischen wahrer und falscher Aussage zu unterscheiden. Dabei möchte ich anmerken, dass Menschen Menschen sind und somit auch Fehler machen, also es muss keine bewusste Täuschung vorliegen.

  • Verbindliche Entscheidungen, die mit einem System getroffen werden, deren Manipulation man im Zweifelsfalle nicht nachweisen kann, haben erhebliche Auswirkungen auf die Organisation und deren Strukturen.
  • Verbindliche Entscheidungen müssen überprüfbare Abstimmungshandlungen aufweisen, um Manipulationen erkennen, aufdecken und beweisen zu können.

Wenn die Piraten also eine Entscheidung gegen ein System treffen, dass eine vollständige Überprüfung der Teilnehmer unter sich nach den genannten Gesichtspunkten treffen, muss auf die Verbindlichkeit verzichtet werden. Damit wird auf Relevanz verzichtet, ohne Relevanz erlischt das Interesse an einem System.

Die Entscheidung

Eine Entscheidung gegen die Überprüfbarkeit von offenen elektronischen Abstimmungen der Teilnehmer ist eine Entscheidung gegen die Verbindlichkeit von Entscheidungen. Wenn die Piraten diesen Weg gehen wollen, um u. U. irgendwann die dargestellte Überprüfbarkeit zu erreichen, sind den Ergebnissen des Systems nicht verbindliche Bedeutungen zuzuordnen, die eine Entscheidung auf anderer Ebene erfordern. Dies mag nicht den gewünschten Zeiteffekt haben, aber ist eine Entscheidung auf der Grundlage von demokratischen Grundsätzen. Ohne Wenn und Aber.

Also Piraten, ihr müsst euch entscheiden, was ihr wollt. In jedem Fall werden Mitglieder mit der Entscheidung nicht einverstanden sein. Wie auch immer eure Entscheidung ausfällt, ihr könnt nicht verhindern, dass euch Mitglieder den Rücken kehren wie ihr nicht verhindern könnt, dass sich nicht die absolute Mehrheit der Mitglieder der Piratenpartei beteiligen wird. Auch Beteiligung ist eine Entscheidung, die jeder für sich treffen muss und wenn er sich gegen eine Beteiligung entscheidet, dann ist das zu respektieren.

Es wird kein System geben, an dem alle Mitglieder teilnehmen, so wie Aufgaben innerhalb der Partei nicht von allen wahrgenommen werden, wird diese Art von Beteiligung nicht von allen wahrgenommen. Ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht, wir leben in einer Teilnehmerdemokratie, in der die Bereitschaft zur Teilnahme über den Einfluss entscheidet und nicht die alleinige Existenz.

Die Piraten müssen sich entscheiden, was sie wollen, auch in diesem Bereich. Wollen die Piraten vollständig für die Teilnehmer überprüfbare elektronische Abstimmungen oder wollen sie diese nicht und möchten möglichst jeden einbinden und dafür auf Systeme setzen, die eine pseudonyme Beteiligung erfordern.

Das ist eine Ja / Nein Entscheidung, im Gegensatz zur landläufigen Meinung gibt es hierzu keinen Kompromiss, jeder Kompromiss ist bereits die Entscheidung gegen eine vollständig überprüfbare Abstimmung der Teilnehmer unter sich. Das sollte man deutlich machen und diese vielleicht sehr schmerzliche Wahrheit auch offen aussprechen. 

______

Wenn Piraten das mit der Überprüfbarkeit wirklich wollen, kann die Initiative Ständige Mitgliederversammlung – Überprüfbare offene elektronische Abstimmungen durch die Teilnehmer unterstützt und auf dem Bundesparteitag abgestimmt werden. Wenn ihr wollt….

… wie auch immer ihr euch entscheidet, mein Entschluss zum Handeln, steht in jedem Fall bereits fest, das macht es leichter, das Ganze ohne viel Emotionen zu betrachten.

 

Update 21.10.2013 – Hinweis auf Verwendung von Autonymen statt Pseudonymen im entsprechenden Punkt ergänzt. 

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11 Gedanken zu “Die Entscheidung #Piraten – #SMV – Überprüfbarkeit oder Wahlcomputer

  1. Das Bitcoin-System zeigt eindrucksvoll, dass kryptographische Systeme Anonymisierung bzw. Überprüfbarkeit auf unorthodoxe Weise trennen können (Bitcoin implementiert anonymes/pseudonymes elektronisches Geld und löst das „Double Spending“ Problem, indem alle Transaktionen in ein globales öffentliches Log eingetragen werden).

    Deswegen ist die Frage wichtig, was man genau anonymisieren / überprüfen will.

    Meiner Meinung nach ist es wichtig, sicher zu stellen, dass jeder Teilnehmer nicht mehr als eine Stimme erhält (wer weniger erhält, kann protestieren).

    Dagegen soll anonym sein, _wer_ _wie_ abstimmt.

    Ich halte es für möglich, ein System zu konstruieren, das beide Kriterien erfüllt, dazu müßte die Nachvollziehbarkeit der _Nutzung_ einer Stimme aufgegeben werden zugunsten einer Nachvollziehbarkeit der _Zuteilung_ von ‚Stimmzetteln‘.

    Gibt es ein kryptografisches System, bei dem ich ein Token (Stimmberechtigung) genau einmal nutzen kann, aber nicht entschlüsselt werden kann, _wie_ ich es nutze? Bitcoin löst ein sehr ähnliches Problem: Es macht nachvollziehbar, _wie viele_ Geldeinheiten vorhanden sind, ohne dass offengelegt werden muss, _wer sie hat_.

  2. „Überprüfbar ist ein System, wenn jeder Teilnehmer die Überprüfung selbst vornehmen kann.“
    Ist formal natürlich falsch. Es sei denn da ist ein auch vergessen worden 😉
    Praktisch ist es darüber hinaus falsch bei einer Teilnehmer Zahl von über sagen wir 100, oder 500.

    1. Das „auch“ kann man einfügen. Aber warum siehst du einen Überprüfung von 100 oder 500 nicht als durchführbar an, es kostet mehr Zeit, aber es ist möglich.

      1. Das ist eine einfache skalierungs Frage.
        Die Zahlen werden in der Wirklichkeit zu schnell groß. Die Wirklichkeit ist auch nicht so anschmiegsam wie unterstellt, hast du 500 Teilnehmer verifiziert, wirst du einen Fehler von 1% oder mehr haben, weil es eine Tätlichkeit ist, die du als Mensch vollziehst.
        Bei 500 ist das schon 5 oder mehr.
        Das nenne ich nicht verifiziert, nicht in meinen Augen, nur fast.
        In meinen Augen macht da eine Bundeskiste mehr Sinn. Die Delegation der Verifikation an den Betreiber.

        Das verifizieren ist auch eine mühselige, den Menschen nicht bereichernde Tätigkeit, die durch den unausweichlichen Fehler zu einer Sysiphos Artigen Beschäftigung wird, ohne Abschluss und Ziel.

        Was wir als Gehirne besonders gut können sind allgemeine Konsistenzprüfungen(finde den Unterschied), dafür müssen die Daten geeignet aufbereitet werden.
        Im Moment mache ich das noch :
        https://sourceforge.net/p/lqfbanalyser/wiki/generated%20lqfb%20reports/

        Aber so etwas in der Art brauchen wir auch als allgemeines Informationsmedium.

        Und um nochmal auf die Eingangsfrage zurück zu kommen, im LQFB müsstest du so zwischen 1.200-1.600 echt aktive untersuchen, und darin sind wir uns sicher einig, das sind zu wenige ! Es sollten mehr sein, mehr die sich beteiligen.

        There it all comes down.

  3. Nun der Gewinn ist, dass man eine Manipulation beweisen kann, wenn sie dann vorliegt. Ebenso kann man beweisen, dass keine Manipulation vorliegt. Auffallen kann dies Mitgliedern, die das akkreditierte Mitglied gut kennen und denen selbst, weil es auch für Mitmenschen auffällig ist, wenn jemand anders abstimmt, als er sonst sich politisch äußert. Ansonsten möchte ich zur Ergänzung auf einen anderen Kommentar verweisen https://loreenasworte.wordpress.com/2013/03/14/weil-140-zeichen-nicht-ausreichen-smv-smvcon-und-wieder-einmal-piraten/#comment-1457

  4. Das Problem der Überprüfbarkeit bleibt selbst bei Einsehbarkeit der Akkreditierungsunterlagen. Wenn Ich das System kompromittieren kann sollte es ein leichtes sein einfach im Namen von inaktiven Abzustimmen.
    Das kann nur dem inaktiven selber auffallen, was genau das gleiche ist wie bei Einmalschlüsseln + Abstimmungshash der Überprüfung auf Eingang eines Schlüssel ermöglicht (die ‚Entführung‘ davon kann auch nur der echte Besitzer rausfinden).
    Wo ist da also der Gewinn?

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