Eine sarkastische und ironische Betrachtung zur Berliner Bildungspolitik.

…. oder der Frust nach 10 Jahren Auseinandersetzung mit der real existierenden Schule.

Frau Scheeres hatte zur Schülerpressekonferenz eingeladen und die Presse berichtete http://www.morgenpost.de/familie/article106235200/Was-tun-Sie-gegen-Unterrichtsausfall-Frau-Scheeres.html und man möchte sich wünschen, sie hätte es nicht getan. Frau Scheeres hätte diese Fragen nicht beantwortet bzw. die Presse hat nicht berichtet.

Gut ich bin kein Bildungspolitiker, ich bin nur eine Mutter eines 16jährigen Sohnes und seit ein paar Monaten im Schulausschuss in einer Berliner BVV. Aber wenn Kinder sich massiv gegen Unterrichtsausfall wehren und sich beschweren, sollte auch der letzte Politiker endlich aufwachen, es wird endlich Zeit.

Die Lösung des Problems – Abwarten

Vor allem die Antwort auf die Nachfrage, was denn nun konkret gegen den Unterrichtsausfall getan wird, macht mich fassungslos:

Sina (11), Rixdorfer Grundschule, Neukölln: Was tun Sie, damit in Zukunft weniger Unterricht ausfällt?

Sandra Scheeres: Wir versuchen schon ganz viel, damit für euch weniger Unterricht ausfällt. In den nächsten Jahren werden durch den demografischen Wandel die Schülerzahlen sinken. Trotzdem habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Lehrerzahl gleich bleibt. Mein Kollege, der Finanzsenator, hätte diese Stellen sonst gern eingespart.

Was soll man davon halten? Fakt ist, wir haben in Berlin nicht genügend Lehrer, um überhaupt die vorhandenen Stellen besetzen zu können. Und der Beitrag von Frau Scheeres gegen den Unterrichtsausfall in der Zukunft ist, dass sie auf Stellenstreichungen (die ohnehin nicht besetzt sind) wegen der anstehenden demografischen Entwicklung, die zukünftig einen Wandel in den Schülerzahlen voraussagt, verzichtet. Das kann man nur mit Sarkasmus und Ironie ertragen, anders kann man das nicht mehr, vor allem nicht nach 10 Jahren Erfahrung als Elternteil eines schulpflichtigen Kindes.

Also versuche ich das mal mit dem Sarkasmus und der Ironie und fange mit der vorherigen Frage an:

Übersetzung: Es ist egal, ob wir die vorhandenen Stellen mit real existierenden Lehrern besetzen können, es ist ein Erfolg, wenn wir die Stellen, die ohnehin nur begrenzt oder nicht besetzt werden, nicht streichen. Irgendwann in der Zukunft, wenn ihr mal Eltern seid, werdet ihr uns dankbar sein, oder wenn ihr Großeltern seid, dass diese Stellen immer noch existieren, weil es dann vielleicht real existierende Lehrer gibt oder die Technik so weit ist, dass man Künstliche Intelligenzen einsetzen kann, um die Kinder zu unterrichten. Das ist doch eine Vision, auf die man hinarbeiten kann. Technik ersetzt den Menschen und kein Politiker kann etwas dafür, dass die Wissenschaft nicht schnell genug ist.

Nächste Frage: Beatrice (14), Landesschülersprecherin, Treptow: Wofür wollen Sie sich besonders in den Schulen einsetzen?

Sandra Scheeres: Die Beteiligung der Schüler in den Schulen ist mir sehr wichtig, deshalb habe ich mich auch schnell nach meinem Amtsantritt mit der Landesschülervertretung getroffen. Ich möchte die Schülervertretungen stärken und viele Schüler motivieren, sich einzubringen. Mein besonderes Anliegen ist, dass der Unterricht stattfindet und genügend Lehrer an den Schulen sind. Eine ausreichende Personalausstattung ist mir wichtig. Wenn ein Lehrer ausfällt, sollen die Schulen die Möglichkeit haben, mit einem eigenen Budget Fachkräfte als Ersatz einzustellen. Wenn ältere Lehrer in Pension gehen, können sofort neue eingestellt werden. Das war früher nicht so. Da gab es nur zwei Einstellungstermine im Jahr. Da sind wir heute flexibler.

Übersetzung: Beteiligung ist, wenn ich mich herablasse, mich mit Interessenvertretungen zu treffen und der Erfolg gibt mir recht, man geht echt davon aus, dass ich den Schülervertretungen mehr Macht geben will, ich habe mich ja nicht festgelegt, wie und in welchem Jahrhundert. Da fällt mir ein, ich muss wohl eine Notiz für meine Nachfolger anlegen, sie können ja dann in 20 oder 80 Jahren meine Versprechen erfüllen oder eben halt weiter so tun, als ob. Den Ball mit dem Unterrichtsausfall zu den Schulen zu spielen, war eine gute Idee, leider nicht von mir, die existiert schon länger und was konnten meine Vorgänger oder ich dafür, dass die Schulen keine Lehrer finden, die sich mit dem zufrieden geben, was wir als Entlohnung anbieten. Genau – Nichts. Die Schulen und Lehrer sind einfach viel zu unflexibel. Man könnte ja wieder darüber nachdenken, Lehrer in den Dachböden oder Souterrain der Schulen wohnen zu lassen, oder ein paar Container aufstellen, dann kann niemand mehr meckern. Die Lehrer haben bezahlbaren Wohnraum und sind jederzeit in der Schule anwesend. Das mit der Flexibilität der Einstellungstermine war ein kluger Schachzug, positiv denken, dann fällt es nicht auf, wenn es keine Lehrer zum Einstellen gibt, allein der gute Wille zählt.

Anouk und Meta (beide 11), Grundschule auf dem Tempelhofer Feld: Unsere Englischlehrerin erwartet ein Baby und darf nicht mehr arbeiten. Für sie fand sich aber kein Ersatz. Referendare, die bei uns unterrichtet haben, arbeiten jetzt als Beamte in Brandenburg, weil sie dort besser bezahlt werden. Warum gibt es in dieser Stadt nicht genug Lehrer? Wir waren echt enttäuscht und sauer.

Sandra Scheeres: Ich kann verstehen, dass ihr enttäuscht seid. Aber eure Schule hat noch Vertretungsmittel, die sie einsetzen kann. Ich werde dieses Jahr über 1172 Lehrer einstellen; davon arbeiten schon 350 an den Berliner Schulen und um unsere Referendare hierzubehalten, unterbreiten wir frühzeitige Einstellungsangebote für unbefristete Stellen. Aber natürlich müssen wir den Lehrerberuf noch attraktiver machen, nachdenken über Arbeitszeiten, Entlastung, Fortbildung. In puncto Gehalt verdient ein junger Lehrer in Berlin sogar besser als Angestellter, als wenn er verbeamtet wäre. Es kommen übrigens viele Lehrer aus anderen Bundesländern hierher, die die Stadt und die Vielfältigkeit der Berliner Schulen anzieht. Außerdem will ich die Ausbildung verbessern und insgesamt mehr Lehrer ausbilden. Dazu packen wir jetzt gerade das Lehrerbildungsgesetz an. Wir müssen es schaffen, mehr junge Leute zu motivieren, auf Lehramt zu studieren. Das gilt besonders für die naturwissenschaftlichen Fächer. Wir fangen schon in der Schule, in den oberen Jahrgängen, an, für den Lehrerberuf zu werben. Ein Beruf, der Spaß macht, der natürlich auch anstrengend ist, aber in dem man viel Freude erleben und weitergeben kann.

Übersetzung: Diese Kinder, die nerven schon, ich habe doch gerade gesagt, dass die Schulen selbst Lehrer einstellen können, darum muss ich mich doch nicht kümmern. Fragt doch mal eure Schulleitung, warum sie nicht in der Lage ist, Ersatz zur Verfügung zu stellen. 1172 Lehrer einstellen, 350 arbeiten schon, ja mit Zahlen konfrontieren und guten Willen zeigen, wir machen den Referendaren schon ein Angebot, und wenn sie das nicht annehmen, kann ja niemand was für. Und es kommen doch so viele junge Leute nach Berlin, da werden auch ein paar Lehrer dabei sein, nun habt mal ein wenig Geduld. Überhaupt, ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da waren die Kinder froh, wenn viel Unterricht ausgefallen ist. Also ich bin stolz auf meine Antwort, gekonnt vom Thema abgelenkt, ich würde ja einstellen, wenn genügend dieser Faulenzer in den Hochschulen das Ziel hätten, ein Lehramt zu übernehmen, dessen Hauptteil der Bezahlung das Lächeln der zufriedenen Kinder sind, die sich freuen, mal wieder einen Lehrer zu sehen. Also meine Partei und auch die Koalitionsfreunde aus der CDU können echt nichts dafür, dass so weniger unser Angebot annehmen. Wir bieten ihnen ja eine Zukunft, aber die wollen einfach eine, wo sie sich verwirklichen können, ihre eigenen Ziele umsetzen können und wollen auch noch gut vom Beruf leben. Ja es gab mal Zeiten, da waren Lehrer bescheidener und haben sich auf ihre Pension gefreut, auch so ein undankbares Pack, wie die Schüler.

Anmerkung: Das von den Schülerinnen beschriebene Problem ist bei meinem Sohn in der Grundschule ebenfalls aufgetaucht, das gleiche Fach, die gleiche Ursache. Das war vor fünf Jahren, monatelanger Ausfall von Englisch in der 5. Klasse, nur weil wir Eltern nicht aufgegeben haben, wurden für kurze Zeiträume Ersatzlehrer gefunden. Das Problem wurde solange nicht gelöst, wie mein Sohn auf der Grundschule war. Wir haben uns mit Nachhilfe, die es ja nicht kostenlos gibt, geholfen, weil wir uns das als Eltern leisten konnten und was haben die Eltern gemacht, die sich die Gebühren für Nachhilfeeinrichtungen nicht leisten können? Und logischerweise sind solche Kosten nicht von der Steuer absetzbar.

Hakan (12), Bröndby-Oberschule, Lankwitz: Bei uns gab es viel Unterrichtsausfall, weil die älteren Schüler Prüfungen hatten. Kann man das ändern – zum Beispiel, indem wir einfach woanders unterrichtet werden?

Sandra Scheeres: Dieses Jahr waren durch die doppelten Jahrgänge die Prüfungszeiten tatsächlich eine große Belastung für die Lehrer und eine organisatorische Herausforderung für die Schulen. In Berlin wurde das unterschiedlich gehandhabt, zum Beispiel gab es dann Projekttage oder es wurden Ausflüge gemacht. Den Unterricht grundsätzlich auszulagern, wenn Abiturprüfungen geschrieben werden, wird nicht funktionieren.

Übersetzung: Puh, das war knapp, na gut, dass es dieses Jahr diese Doppeljahrgänge gibt, das das Problem schon seit Jahren existiert kann man so gut vertuschen. Ebenso, dass Schüler, Eltern und Lehrer tatsächlich öfters der Ansicht sind, Projekt- und Wandertage zugunsten von Unterricht nicht wahrnehmen zu wollen. Wollen die etwa das für Prüfungen extra Leute angestellt werden, gut, wenn eure Eltern welche finden und das bezahlen, wäre ich ja aufgeschlossen, aber bis dahin, findet euch mit der Situation ab, die ändert sich nicht, die ist in Stein gemeißelt.

Alina (14), Gustav-Heinemann-Oberschule, Tempelhof: Ich habe den Eindruck, dass viele Probleme an Schulen nicht öffentlich benannt werden. An unserer Schule fehlen zum Beispiel fünf Prozent der Lehrer. Davon liest man nichts in den Medien.

Sandra Scheeres: Ich finde schon, dass viele Probleme benannt werden. Ich würde mir hingegen wünschen, dass häufiger die Erfolge und Fortschritte widergespiegelt werden. Zum Beispiel ist es ein großer Erfolg, dass dauerkranke Lehrer auch ersetzt werden. Das ist nicht in allen Bundesländern üblich.

Übersetzung: Jetzt reicht es aber, nun seht doch nicht immer alles so negativ, was macht es schon aus, wenn Unterricht ausfällt, ihr habt mehr Freizeit, positiv denken und der Wissensverlust oder Anschlussschwierigkeiten in weiterführenden Schulen, also echt, da müsst ihr euch mal ein bisschen anstrengen, man kann durchaus auch öfters bis Mitternacht lernen und überhaupt, so ein wenig Wirtschaftsförderung der Nachhilfeschulen, warum rechnet mir das eigentlich keiner als Erfolg an? Vor allem seht doch mal die Erfolge, ich habe dauerkranke Lehrer ersetzt, dass machen längst nicht alle, also etwas mehr Dankbarkeit, ich finde, so die Gründung eines Scheeres-Fan-Clubs in der Schule wäre durchaus angebracht und jeden Morgen vor Schulbeginn könnt ihr ruhig meiner Heldentaten gedenken.

Ausstattung

Mica (10), Klecks-Grundschule, Pankow: Wenn es so vielen Schulen in Berlin schlecht geht – könnten nicht reiche Firmen den Schulen etwas spenden?

Sandra Scheeres: Das ist eine gute Idee. Und punktuell findet das auch statt. Letzte Woche habe ich mit der Handwerkskammer gesprochen. Auch da gab es den Vorschlag, dass zum Beispiel umliegende Betriebe eine Schule unterstützen. Davon hätten nicht nur die Schülerinnen und Schüler etwas, sondern auch der Betrieb selbst: Er steht bereits in Kontakt mit Schülerinnen und Schülern, die eventuell später eine Ausbildung dort machen wollen.

Übersetzung: Na endlich wird mal einer konstruktiv, genau, auch Schulen müssen wirtschaftlich arbeiten, daher Werbung kann nicht schaden und bei der Auswahl nicht so penibel sein, es muss ja nun nichts pädagogisch wertvolles sein oder einen Bildungshintergrund haben, wie wäre es denn wenn ihr mal die vom organisierten Verbrechen fragt, die haben genügend Knete und die könnt ihr später auch bei ihnen wieder abarbeiten. Ja, Kinderarbeit wäre einfacher, so Produktionsstätten in Schulen, träum, keine Finanzprobleme mehr, sondern Gewinne, aber für diese Vision sind die Schüler und Eltern und leider auch überhaupt die Gesellschaft noch nicht reif, da waren die in der ehemaligen DDR weiter, war ja nicht alles schlecht, da drüben.

Sebastian (18), Merian Oberschule, Köpenick: Die SPD hat die Lernmittelfreiheit abgeschafft, seitdem müssen wir unsere Schulbücher selbst bezahlen. Könnten Schulbücher nicht wieder kostenlos gestellt werden?

Sandra Scheeres: Wir geben insgesamt mehr Geld für die Bildung aus, obwohl das Land Berlin hoch verschuldet ist. Trotzdem müssen wir überlegen, wo Schwerpunkte gesetzt werden. Wir wollen, dass alle Kinder, unabhängig, aus welcher Familie oder welchem sozialen Umfeld sie stammen, Zugang zu Bildung haben. Deshalb muss in Berlin niemand Kita- oder Studiengebühren zahlen. Das kostet natürlich viel Geld. Und deshalb haben wir beim Thema Lernmittelbefreiung Abstriche gemacht. Familien, die wirklich kein Geld haben, bekommen weiterhin Unterstützung.

Übersetzung: Immer diese Heulerei, die SPD hat die Lernmittelfreiheit abgeschafft, na und, dann besorgt euch doch Bücher von euren Geschwistern oder von anderen Kindern in der Straße oder gebt eine Suchanzeige auf. Pech habt ihr nur, wenn mal andere, neuer Bücher genutzt werden. Da muss man dann halt mal auch tiefer in die Tasche greifen, und immer diese Negativdenke, wir haben schließlich keine Kita-Gebühren mehr und keine Studiengebühren. Ich muss ja nicht sagen, dass entsprechende Pläne in der Schublade liegen, diese Gebühren zu kassieren, weil positiv denken. Beim Mathematikunterricht müssen mehr thematische Aufgaben untergebracht, was das alles kostet, die Schulen zu unterrichten, die Lehrer zu bezahlen, keine Ehrfurcht mehr, ich bin Senatorin! Man muss die Kinder und Eltern für MEINE Probleme sensibilisieren! Und wer Unterstützung braucht, bekommt sie auch und wem diese nicht ausreichend ist, der brauch sie nicht – ist doch logisch oder?

Richard (12), Goethe-Gymnasium, Wilmersdorf: Warum ist die Ausstattung in meinem Gymnasium so schlecht, während die benachbarte Friedrich-Ebert-Schule in allen Räumen Smartboards und neue Instrumente hat.

Sandra Scheeres: Die Ausstattung der Schulen kann nur nach und nach modernisiert werden. In dem konkreten Fall müsste ich mich informieren und mit dem Schulträger im Bezirksamt Rücksprache halten. Das mache ich gerne.

Übersetzung: Auf Zeit spielen, der hat wohl nicht seinen Schulleiter gefragt, es gab Smartboards doch nicht für alle Schulen, das war ein Pilotprojekt und nein, dass ist nicht abgestürzt, die vorhandenen Smartboards werden so wenig genutzt, dass die Schulen ruhig auch mal tauschen könnten. Dann haben alle Smartboards, mit denen nur ein geringer Teil der Lehrer umgehen kann, aber ich kann jederzeit sagen, dass Berlin ein Beispiel für den Einsatz von moderner Technik an Schulen ist, es wird doch was gemacht. Merkt es euch endlich, positiv denken, in 3-4 Jahren wollt ihr die Smartboards nicht mehr haben, weil sie dann technisch überholt sind, aber dann bin ich großzügig und stelle sie auch eurer Schule zur Verfügung, zur Ansicht versteht sich, nur in Ausnahmefällen zur Benutzung.

Tasnim (10), Rixdorfer Grundschule, Neukölln: Was können Sie tun, damit unser Schulhof grüner wird?

Sandra Scheeres: Mir ist wichtig, dass ihr euch in der Schule wohlfühlt. Dazu zählt auch, dass das Umfeld schön grün ist. An manchen Schulen geht das besser, an anderen ist es schwieriger. Aber da könnt ihr an eurer Schule auch selbst aktiv werden. Vielleicht gibt es im Umfeld der Schule Unternehmen wie Gärtnereien, die Euch gern helfen würden, eure Schule grüner zu machen.

Übersetzung: Diese Kinder von heute, einfach nicht kreativ. Grüne Schulhöfe, na dann malt sie euch doch grün an und ihr könnt ruhig auch mal für mein Ressort und eure Schulen betteln gehen bei den Gärtnereien. Vielleicht gibt es dann auch mal echte Pflanzen und das Gute daran ist, ich habe keinen Cent ausgegeben. Außerdem kann man Pflanzen auch selbst ziehen, ich sag es ja, keine Ideen mehr. In eurem Garten oder auf eurem Balkon ist sicherlich ein wenig Platz dafür. Diese Idee ist eigentlich ganz gut, ach nein, die ist zu gut, dann wollen die ja mehr, vielleicht auch noch Bäume oder so etwas.

Rosmarie (10), Klecks-Grundschule, Pankow: Viele Schulen sind in einem sehr schlechten Zustand. Können die nicht renoviert werden?

Sandra Scheeres: Wir stecken sehr viel Geld in diesen Bereich. Über eine Milliarde Euro wurden in den letzten Jahren investiert und auch für die nächsten Jahre steht schon fest, dass wir das Schul- und Sportstättensanierungsprogramm fortsetzen. Ich würde mir auch wünschen, dass man alles auf einmal macht, aber das geht leider nicht. Und so werden die Schulen nach und nach saniert.

Übersetzung: Wohl nicht aufgepasst, Schulen wachsen nicht auf Bäumen und auch Euros wachsen da nicht. Wir stecken ganz viel Geld in die Schulen und leider müssen wir das auch noch in den nächsten Jahren machen, damit sie nicht zusammenfallen. Aber eigentlich, warum Sanierung, wenn Renovierung geht, ist doch viel günstiger und dann wäre alles frisch gestrichen, vielleicht in ganz Berlin und ich wäre die, die die Schulen gerettet hat. Alles auf einmal geht nun wirklich nicht, wo kommen wir denn dahin, wenn wir vorausschauend planen würden, vielleicht Fenster erst reparieren würden, statt sie Jahre später insgesamt auszutauschen, weil sie durchgefault sind. Oder sanitäre Anlagen zu reparieren bzw. zu sanieren, bevor sie Wasserschäden auslösen. Die können aber echt auch Unmögliches verlangen, Hauptsache der Schein bleibt gewahrt, also in Farbe investieren, dann sieht man das alles nicht. Und außerdem, was kann ich dafür, dass es so viele Kinder in Berlin gibt, die der Schulpflicht unterliegen, könnten ja auch noch ein paar mehr richtig weit nach Brandenburg ziehen, dann habe ich weniger Probleme und kann Schulen schließen. Kosteneinsparung eben. Aber glücklicherweise gibt es ja diese demografische Entwicklung….

Integration

Nila und Alina (beide 14), Gustav-Heinemann-Sekundarschule, Marienfelde: An unserer Schule sind wir im Durchschnitt 31 Kinder pro Klasse, obwohl die Höchstzahl ja eigentlich bei 29 liegt. Es gibt keine freien Räume. Wie stellen Sie sich vor, wie die Inklusion von behinderten Kindern in der Praxis aussehen soll, wenn es nicht genügend Räume und Lehrer gibt? Was tut Berlin für seine Inklusions-Schüler?

Sandra Scheeres: Beim Thema Inklusion möchte ich die bisherigen Pläne überarbeiten. Es gibt den Auftrag der Europäischen Union an die Mitgliedsländer, die Inklusion von Kindern mit Behinderungen zu verbessern. In Berlin wollen wir eine andere  Verteilung. Ich finde es wichtig, dass es weiterhin Förderschulen gibt und habe das Konzept der Berliner Vorgängerregierung erst einmal gestoppt. So eine Reform sollte man nicht übers Knie brechen. Ich möchte einen Beirat einrichten, in dem wir das mit Vertretern von Kitas, Schulen, Verbänden und Eltern besprechen. Grundsätzlich denke ich, dass man erst einmal die Lehrerausbildung anpassen muss, wenn man das Konzept der Inklusion bundesweit umsetzen will. Das kostet Geld – und das haben wir nicht.

Übersetzung: Was kann ich denn dafür, dass mein Vorgänger, die EU-Sachen so ernst genommen hat, daran war bestimmt Die Linke schuld, dass das Problem wirklich angegangen werden sollte. Nun zumindest hat er so wenig Voraussetzungen geschaffen, dass ich mich jetzt völlig überrascht zeigen kann, ich weiß doch nicht, was meine Partei zusammen mit der Linken da vereinbart hatte. Das sieht man auch an meinem Lebenslauf http://www.spd-berlin.de/landesverband/personen-a-z/personen-m-z/scheeres-sandra/ – das ich seit 2006 bildungspolitische Sprecherin meiner Fraktion war, hat damit überhaupt nichts zu tun, ich bin unwissend. Und außerdem weiß doch jeder, wenn man mal nicht weiter weiß, dann gründet man einen Arbeitskreis. (Beirat reimt sich nicht). Und erst mal müssen alle Lehrer entsprechend ausgebildet werden, dann spart man sich die speziell ausgebildeten Kräfte, sonst braucht man zu viel Personal und dafür – Ja einmal so richtig die Wahrheit ins Gesicht schleudern – ist kein Geld da. Nun ja und diese spezielle Ausbildung, da muss man auch erst einmal wissen, was gelehrt wird. Das ist so wie mit den Unterrichtsausfall, ihr werdet mir dankbar sein, wenn ihr Eltern oder Großeltern seid, dass wir dieses Projekt nie umgesetzt haben. Ach ihr gehört selbst zu dieser Gruppe, oder ihr könntet Eltern oder Großeltern eines Schülers sein, der unter diese Gruppe fällt? Schon mal was von den Schwachen und Schwächsten der Gesellschaft gehört, einer muss das ja sein. Dann seid ihr das halt, keine Chancen auf Bildung, aber dafür Nostalgie, die Obdachlosen, Hartz-IV, Kinderarmut, dass alles wird eben nicht aussterben, ist doch auch ein Erfolg, wie gesagt positiv denken.

Yassir (10), Rixdorfer Grundschule, Neukölln: Warum haben nicht alle Schulen einen Fahrstuhl, damit auch Schüler mit einem Rollstuhl dort lernen können.

Sandra Scheeres: Die Integration von Kindern mit Behinderungen ist ein wichtiges Thema für mich. Wir haben dafür bereits eine Million Euro für Umbaumaßnahmen im Haushalt eingeplant. Unser Ziel ist es, dass mehr Kinder mit Behinderungen an Regelschulen unterrichtet werden. Es ist aber nicht möglich, alle Schulen sofort behindertengerecht auszustatten.

Übersetzung: Ich glaube ja nicht, dass mein Plan, die Schulen mittels Einbau eines Fahrstuhls zu stabilisieren, damit sie nicht einstürzen, schon bekannt ist. Und da muss man Prioritäten setzen, da gehen die einsturzgefährdeten natürlich vor. Ach von einem Fahrstuhl werden die Decken und Wände nicht stabiler und die Fenster nicht funktionstüchtig? Was ihr wollt auch noch Wärme im Winter und Kühle im Sommer? Das ist jetzt aber bisschen viel verlangt und vor allem ist doch nicht mein Problem, dass ein neuer Fahrstuhl eine sanierungsbedürftige Schule nicht besser macht, die Türen nicht breiter, die sanitären Anlagen nicht behindertengerecht, die Anzahl der Räume wird dadurch auch nicht vermehrt, ja wer sozialpädagogische Betreuung braucht, geht halt ins Freie, in den Wald, mal den Urschrei üben und dann wieder zurück in die zügigen Klassenräume mit den wackligen Tischen und Stühlen. Wenn ihr euch beschwert, man braucht nicht unbedingt Tische und Stühle zum Lernen, das geht auch ohne.

Ja, ich habe stark übertrieben, ich weiß selbst, dass die Schulen in einem so desolaten Zustand sind, die Ausfallzeiten eher mehr statt weniger werden und das man nicht alles in ein paar Monaten verbessern kann. Ich habe auch nicht alle Fragen und Antworten kommentiert, kann man gern noch weiter im verlinkten Artikel nachlesen. Die Art und Weise, wie Frau Scheeres die Fragen der Kinder beantwortet hat, ist nicht zu ertragen, sie hat die Kinder schlichtweg nicht ernst genommen, sie hat Ausflüchte gesucht und fast nur das Positive in den Vordergrund gesetzt, gekonnt manche Frage überspielt. Die Frage, die ich mir stelle ist, ob diese Art Politiker ernsthaft glauben, dass ich sie ernst nehme, dass überhaupt Eltern diese Bildungssenatorin nach diesem Interview noch ernst nehmen können.